Worauf es bei der Unterstockbearbeitung im Weinbau ankommt

Worauf kommt es bei der Unterstockbearbeitung im Weinbau an? Eine professionelle Bodenbearbeitung ist im Weinbau obligatorisch, denn zum einen sichert sie die Befahrbarkeit der Rebanlage und zum anderen sorgt sie für eine ausreichende Wasser- und eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Der Zeitpunkt und die Intensität der Bodenbearbeitung müssen hierbei mit der Bodenfeuchte sowie der Nährstoffverfügbarkeit und -freisetzung in Einklang gebracht werden.

Unterstockbearbeitung Weinbau

Da Weinbau an den unterschiedlichsten Standorten betrieben wird, werden auch verschiedene Systeme der Bodenbearbeitung verwendet. Man unterteilt hierbei in Bodenbegrünung, Bodenabdeckung und Bodenoffenhaltung. Bei der Begrünung unterscheidet man zwischen Dauer- und Teilzeitbegrünung und zwischen eingesäter und natürlicher Begrünung.  Auf trockenen Standorten wie Mauerterrassen wird oft die Bodenabdeckung mit Abdeckmaterialien wie Stroh oder Rindenkompost genutzt. Die Bodenoffenhaltung geht meist durch den Einsatz von Geräten zur maschinellen Bodenbearbeitung vonstatten, jedoch wird sie in Steillagen, in denen die maschinelle Bodenbearbeitung nicht möglich ist, auch durch den Einsatz von chemischen Herbiziden praktiziert.

Bodenbearbeitung im Unterstockbereich

Der Bodenbearbeitung im Unterstockbereich gestaltet sich seit jeher schwierig. Bedingt durch die engen Fahrgassen und der Stockdichte einer Rebzeile lässt sich das Unkraut nur mit speziellen Maschinen sicher bearbeiten. Schwierig gestaltet sich hierbei, dass die Wurzeldichte im Unterstockbereich besonderes groß ist, da die Rebe die benötigte Wassermenge für den täglichen Bedarf sicherstellen muss. Wie wichtig die mechanische Unterstockbodenbearbeitung ist, hat sich in dem extrem trockenen Jahr 2018 gezeigt. Eine Unterstockbewirtschaftung trägt aber auch wesentlich zur Aktivierung der rebstocknahen Mineralisierung bei.

Die unterschiedliche Bodenbearbeitung während der Jahresszeiten

Ziel des Weinbaus im Frühjahr ist es:

  • Bodenvorräte zu schonen
  • den Trockenstress zu reduzieren
  • die Stickstoffversorgung für die Vegetation sicherzustellen

Hierfür spielt die Winterbegrünung eine besondere Rolle.

Im Hoch- und Spätsommer sollte, neben der Schonung der Wasservorräte auch darauf geachtet werden, dass keine größeren N-Freisetzungen in der Reifephase eintreten und dass die Mineralisation nicht zu sehr gefördert wird. Ein Ziel wäre die Kapillarzerstörung.

Im Herbst und Winter sollten die Weinberge keinesfalls intensiv bearbeitet werden.

Die Methodik der Unterstockbearbeitung im Weinbau

Die Applikation von chemischen Herbiziden zur Unterstockbearbeitung im Weinbau findet, aufgrund der dadurch entstehenden Umweltbelastung, der Gesundheitsgefährdung sowie der niedrigen Verbraucherakzeptanz immer weniger Einsatz. Stattdessen wird nun die alt bewehrte Methode der mechanischen Unterstockbearbeitung vermehrt angewandt. Abgesehen von der Unkrautbekämpfung, bringt die mechanische Unterstockbearbeitung den Nebeneffekt eines Kappilarbruchs mit sich, welcher sich positiv auf die Wasservorräte im Boden auswirkt.

Speziell für den Weinbau entwickelte Fingerhacke und die Rollhacke

Zur maschinellen Unterstockbearbeitung kann man sich unter vielen verschiedenen Geräten entscheiden. Die Fingerhacke und die Rollhacke sind recht neue Geräte für den Weinbau. Sie können gut mit bereits alteingesessen Geräten wie der Pflugscheibe kombiniert werden.

Die Fingerhacke und Rollhacke von Weinbautechnik Bähr wurden speziell für den Weinbau. Die Fingerhacke schließt die Längsfurche und wirkt der Erdwallbildung entgegen. Zudem sorgt sie für eine Durchmischung des Bodens, wodurch dem Wiederanwachsen von Gräsern entgegengewirkt wird. Des Weiteren reißt sie die Unkräuter aus und hinterlässt einen feinkrümeligen Unterstockbereich.

Alternativ kann die Fingerhacke auch mit der Rollhacke kombiniert werden. Der Vorteil der Rollhacke gegenüber der Pflugscheibe ist der, dass der Bearbeitungsbereich der Rollhacke keine so starke Erosionsrinne wie bei Scheibenpflug entsteht. Die Intensität der Bodenbearbeitung kann durch die Schrägenverstellung der einzelnen Elemente der Rebanlage angepasst werden.

Die Fingerhacke erzielt bei der Unterstockbearbeitung gute Resultate. Da sich ihre Finger schonend an den Stöcken vorbeiführen, hinterlässt die Fingerhacke keine Stammbeschädigungen und kann somit im Weinbau auch für Junganlagen genutzt werden. In Kombination mit der Rollhacke ist sie gut zur Bodenbearbeitung von schweren tonhaltigen Böden als auch von trockenen und harten Böden geeignet.