Rollhacke und Fingerhacke – in Kombination sind sie unschlagbar

Die Rollhacke und die Fingerhacke – die überzeugende Kombination in Sachen Bodenbearbeitung. Beim Thema Begrünung von Rebgassen scheiden sich die Geister, hier beginnen sogar erfahrene Biowinzer zu überlegen, besonders, wenn sie an die Sauberhaltung des Unterstockbereichs denken. Beikräutern durch Punkt- oder Bandspritzung zu Leibe zu rücken, gilt im konventionellen Weinbau als üblich. Unter Winzern setzt sich immer mehr die Überzeugung durch, dass Qualitätsweine und Herbizide nicht zusammengehören, dass vielmehr die Artenvielfalt im Weinberg ein Qualitätsmerkmal ist. Spezialhacken eignen sich hervorragend zur Beherrschung des Wildwuchses rund um den Stock, sie ersparen überflüssige Ausfahrten, die im Ergebnis die Bodenverdichtung fördern.

Rollhacke und Fingerhacke

Miniexkurs zum Thema Unterstockbearbeitung

Ob vollflächige Begrünung oder nur Teilberünung, jeder Weinbaubetrieb bewirtschaftet die Weinberge anders. Wer sich für die Gründüngung entscheidet, hat grundsätzlich vier Möglichkeiten der Unterstockbewirtschaftung:

1. Abdeckung:
mit Stroh, Gras, Rindenmulch, Kompost, Häckselgut,

2. Chemisch:
Spritzung mit Herbiziden

3. Thermisch:
Heißwasser-, Wasserdampf-, Heißschaumaufbringung, verbunden mit einem hohen Energie-, Wasserbedarf und vielen Überfahrten

4. Mechanisch:
mit Mulcher, Kreiseleggen, Stockputzer, Räum- und Flachscharen, Hohlscheiben, Rollhacken und Fingerhacken.

Warum es eine Rollhacke sein soll?

Bei der Rollhacke sind in den Boden greifende Rollspaten an ein bis zwei verstellbaren Stahlscheiben befestigt. In Fahrtrichtung stehend, wirken sie wie eine Walze. Wird ihr Anstellwinkel vergrößert, erhöht sich damit die Intensität des Eingriffs. Das Ergebnis lässt sich durchaus mit dem einer Scheiben- oder Kreiselegge vergleichen. Die Hacke rollt selbstständig ab, sichert sie so den Vortrieb, die Begrünung kann effizient reguliert werden, ohne dass ein Gerät unter die Rebzeile geschwenkt wird und die Vorteile sind gewaltig:

– Das Erdreich wird gelockert und bewegt,
– was die Beikräuter am Wachsen hindert, das gelingt auch bei
– niedriger Traktorgeschwindigkeit, egal in welchem Gelände,
– verbunden mit einer welligen Erosionskante.

Der Nachteil von Hohlscheiben, die entlang der Reihen gefahren werden, besteht in der Erzeugung scharfer, gerader Schnittkanten, die sich in der Folge zu Wasserrinnen vertiefen, durch die, im Zuge von Starkregenereignissen, das Erdreich ausgeschwemmt wird. Außerdem erzielen Hohlscheiben, nur in Verbindung mit einem hohen Fahrtempo, ein befriedigendes Ergebnis.

Was macht die Fingerhacke so spannend für Biowinzer?

Wer eine Fingerhacke aus der Nähe betrachtet, erkennt kreisförmig angeordnete Fortsätze aus Spezialgummi. Während die Trägerscheibe flach auf dem Boden liegt, werden die flexiblen Finger bei Stammkontakt zur Seite gedrückt, was die Gefahr von Rebstockverletzungen und nachfolgenden Infektionen minimiert. Die Fingerhacke bricht die Insel um den Weinstock auf, entfernt dabei Erde und Bewuchs. Die Fingerhacke überzeugt aber auch bei Neuanpflanzungen und krummen Rebstöcken.

In sandigen Lagen findet die Fingerhacke als Einzelgerät ihre Anwendung, gemeinsam mit der Rollhacke wird sie zum Kraftpaket für alle Biowinzer, die ihre Arbeitsbelastung in Grenzen halten wollen. Nach der Bearbeitung mit der Rollhacke und Fingerhacke wirken die Rebgassen gepflegt, ohne dabei den Eindruck einer staubigen Wüste mit geschädigter Gründüngung zu hinterlassen.